Gemeinde Amt Neuhaus

Der Verein Konau 11 – Natur e.V. hat sich mit dem Bau eines Biomeilers beim Ideenwettbewerb „Dörfliche Energieprojekte“ beworben.

Ähnlich wie in der Gemeinde Höhbeck hatte sich auch der Verein Konau 11 – Natur e.V. mit dem Bau eines Biomeilers beworben, denn der Verein ist auf die Pflege und den Erhalt der im Amt Neuhaus typischen Obstbaumalleen spezialisiert. Das Schnittgut sowie möglicherweise auch weiterer Grünschnitt der Gemeinde sollen im Biomeiler zu Wärme und Kompost umgewandelt werden. Die Gemeinde Amt Neuhaus und das Unternehmen SBE Naturprodukte arbeiten für die Aktion mit dem Verein zusammen. Finanziert wird der Biomeiler mit 2000 Euro aus dem Wettbewerb. Den Rest steuern die Kooperationspartner bei.

Neues Wärmekonzept für „Kraftwerk“ – Biomeiler beheizt künftig Packstation der SBE

Der Bau des Biomeilers in Neuhaus am 28. März 2015 war ein kleines Event für die Gemeinde: Alle Interessierten waren eingeladen zuzusehen, mit Hand anzulegen oder sich das ehemalige Kraftwerksgelände anzusehen. Von Anfang an waren Zuschauer da, bestaunten das entstehende Gebilde und schlenderten über das Gelände.

Der Tagesworkshop wurde finanziert aus den Mitteln des Ideenwettbewerbs Dörfliche Energieprojekte. Beworben hatte sich der Verein Konau 11 – Natur e.V., der sich auf die Pflege und den Erhalt der im Amt Neuhaus typischen Obstbaumalleen spezialisiert hat. Das Schnittgut sowie möglicherweise auch weiterer Grünschnitt der Gemeinde sollen hier im Biomeiler zu Wärme und Kompost umgewandelt werden. Da der Verein keine eigenen Flächen hat, entstand die Kooperation mit dem Unternehmen Firma SBE Naturprodukte und der Gemeinde Amt Neuhaus.



Mit fachlicher Unterstützung der Firma Wiesenmeiler entstand in einem Tag der große Meiler neben der Produktionshalle, in der der Betrieb SBE Naturprodukte Strohkompost herstellt. Zunächst wurde eine Bodenplane ausgerollte, die austretende Flüssigkeit in ein Auffangbecken ableitet. Als seitliche Stützen für den künftigen Meiler fungierten Betonelemente und Strohballen. „Wir haben hier sehr fein geschreddertes Holz von den Obstbaumalleen, einigen Nadelhölzern und Strohhäcksel“, erklärte Julia Gerdsen vom Konau 11 – Natur e.V. Letztere fallen direkt vor Ort auf dem Betrieb von Christian Fabel an. Große Trecker schütteten die Biomasse schaufelweise auf die Plane, während die Helfer das Gemisch verteilten und gut wässerten, damit die Zersetzung später auch gut in Gang kommt. Nach etwa einem halben Meter Höhe wurden spiralförmig flexible Kunststoffrohre auf dem Material verteilt, die später die anfallende Wärme über einen Wasserkreislauf zur weiteren Nutzung leiten. Danach kam eine weitere Schicht Häckselmasse und noch eine Lage Wasserrohre. Miriam Wiese, die beauftragte Expertin, und ihr Team brachten an verschiedenen Stellen Temperaturfühler an, die es später ermöglichen, die Wärme im Inneren des Meilers zu überwachen.

Der Neuhäuser Biomeiler entspricht mit seinen Maßen dem Durchschnitt: Rund 65 Kubikmeter Inhalt, fünf Meter Durchmesser und zwei bis drei Meter hoch. „Im Inneren entsteht durch die Zersetzung eine Wärme von 45 bis 70 Grad“, erklärte Miriam Wiese. Eine gewisse Grundwärme muss im Meiler erhalten bleiben, damit die Bakterien weiter arbeiten, deshalb muss das Biokraftwerk zweimal am Tag etwa zwei Stunden Pause einlegen. „Trotzdem reicht es problemlos für Niedrigtemperaturheizungen oder Wasserspeicher“, so Miriam Wiese. Nach etwa ein bis zwei Jahren hat sich die Biomasse komplett zersetzt und kann als Kompost ausgebracht werden.

Als der Meiler etwa halb fertig war, waren auch alle Würdenträger für die offizielle Preisübergabe eingetroffen. „Ich freue mich, dass wir für diese Idee so starke Partner gefunden haben“, sagte Christian Fabel, als er die Gäste des Tages begrüßte. Auch Bürgermeisterin Grit Richter hatte es sich nicht nehmen lassen, sich das Projekt persönlich anzusehen. „Ich habe bislang keine Erfahrung damit“, sagte sie. „Aber ich bin stolz darauf, dass so etwas Vorbildliches hier entsteht.“ Die stellvertretende Landrätin Stefi Brockmann-Wittich gratulierte ebenfalls zu diesem „tollen Projekt“. „Die Technik ist mir aus meiner Kindheit vage vertraut“, scherzte sie und lobte den hundertprozentigen Kreislauf und das zukunftsorientierte Denken der Macher. „Es ist ein weiterer Schritt hin zum energieautarken Landkreis Lüneburg.“

Zu Ostern wurde der Meiler an die Heizung angeschlossen und läuft inzwischen rund. „Wir hatten anfangs eine Temperatur von über 60 Grad und jetzt stabile 52 Grad“, freute sich Fabel. „Das reicht vollkommen, um die Packhalle schön aufzuwärmen.“

Text & Fotos: Claudia Wesch

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