Interview mit dem Erdgasauto-Fahrer Heinrich Rahlfs

Erdgasauto- und Vielfahrer Heinrich Rahlfs

Heinrich Rahlfs bezeichnet sich mit einem Lächeln als gelernter und studierter Bauer und ist seit 12 Jahren in der Kontrolle von Bio-Betrieben  tätig. Er war viele Jahre in Lüchow-Dannenberg für den Region Aktiv Wendland/Elbetal e.V. tätig und erarbeitet derzeit im Auftrag der Bioenergie-Region eine Machbarkeitsstudie zur Umrüstung von Schwerlastfahrzeugen auf Biogas.

Herr Rahlfs, Sie fahren schon seit vielen Jahren ein Erdgasauto?
Ja, mein Auto wird 6, davor hatte ich schon ein halbes Jahr eins, das ging bei einem Unfall auf der Autobahn zu Bruch.

Damals war das Thema Fahren mit Biogas noch nicht so bekannt, oder? Wie sind Sie darauf gekommen und was waren Ihre Beweggründe, sich ein Erdgasauto zu kaufen?
Die Modellregion für Bioenergie mit der ersten Biogastankstelle in Jameln und Region Aktiv haben mich natürlich auf das Thema gebracht, und ich habe für die Landwirtschaft gearbeitet, war im Umweltbereich tätig und Vielfahrer – da lag es nahe, sich dafür zu entscheiden und nicht mehr mit einem Dieselauto durch Deutschland zu fahren.

Wurden Ihre Erwartungen erfüllt oder hatten Sie Probleme?
Ich hatte keine Schwierigkeiten, aber „man muss es wollen“.  Ich musste bereit sein, einmal öfter tanken zu fahren. Ich tanke etwa alle 205 km, wobei der Tank wohl etwa 280 km weit recht, bei entsprechender Qualität des Biomethans. Wenn ich von Lüneburg aus nach Süddeutschland, Richtung Nordrhein-Westfalen oder Berlin starte, weiß ich, wo Erdgastankstellen sind, und entscheide danach, wo der Druck beim Tanken gut ist (es also schnell geht und viel hineinpasst), wo es H-Gas (in hoher Qualität = „high“) gibt und wo es Biogas gibt. Ich fahre ungern mehr als 3 km Umweg, aber tanke dafür schon mal mit halbvollem Tank, wenn das Angebot gut ist. Anfangs konnte ich nur in Jameln Biogas tanken, mittlerweile gibt es Erdgastankstellen mit einem Anteil Biogas. Und natürlich freue ich mich, dass ich nun auf dem Weg über Dannenberg auch mit 100% Biogas versorgt werde.

Sind Sie mal irgendwo liegengeblieben oder nicht dorthin gekommen, wo Sie hinwollten?
Einmal in den Niederlanden hat mir mein Navi angezeigt, dass dort eine Erdgastankstelle ist. Die hatte aber gar kein Biomethan, sondern LPG… Dann habe ich eine andere angerufen, bei der mir versichert wurde, dass sie CNG hätten. Aber das war auch nur LPG.

Und was haben Sie dann gemacht?
Na, ich musste eben Benzin tanken. Mit meinem jetzigen Wagen komme ich mit Benzin 200-250 km weit.

Und heute – Ihr Tacho zeigt 300.000 km und Ihr CNG-Auto fährt immer noch?
Ja, nur einmal in all den Jahren war die Gasanlage kaputt und die Reparatur bezahlbar. Und das Auto fährt nach wie vor. Aber da ich das Auto geschäftlich nutze, habe ich mir jetzt mal ein neues bestellt. Ich hätte gern wieder einen Volvo genommen, aber dort gibt es aktuell keine Erdgasmodelle. Also steige ich um auf eine andere Marke, bei gleicher Leistung. Was sich ändert, ist vor allem die Reichweite: mit einem vollen Gastank kann ich dann 450-500 km fahren.

Wir freuen uns, dass sich das Durchhalten für Sie gelohnt hat und Sie nun nicht mehr so oft zum Tanken fahren müssen, wünschen Ihnen einen guten Start mit Ihrem neuen Auto und bedanken uns für das Gespräch!

Ein VW Erdgasauto mit Rennmöhrenaufkleber
Erdgasauto mit Rennmöhrenaufkleber

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