Gemeinde Höhbeck

Der Aufbau eines Biomeilers auf dem Höhbeck wurde als eines der Siegerprojekte des Ideenwettbewerbs Dörfliche Energieprojekte ausgezeichnet.

Der Höhbeck ist bundesweit bekannt als Funkstelle, die eine wechselvolle Geschichte hinter sich hat. Hier betreibt der Verein Artenreich e.V. seit kurzem den Landschaftspflegehof Höhbeck. Der 2012 gegründete Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, die artenreiche Kulturlandschaft des Biosphärenreservates zu erhalten und zu entwickeln – und das ganz praktisch mit alten und schonenden Methoden der Landwirtschaft. Hier kann man noch lernen, mit der Sense umzugehen, oder an Führungen und Vorträgen teilnehmen. 

Der Landschaftspflegehof ist derzeit Pächter von rund 15 Hektar Naturschutzflächen. „Neben Grünschnitt fällt auch viel Holzschnitt an“, erklärt Initiator Stefan Reinsch. „Das wird alles derzeit deponiert, soll aber künftig für den Biomeiler benutzt werden.“ Mit der entstehenden Wärme sollen unter anderem die Betriebsgebäude beheizt werden oder auch Außenduschen. Der fertige Kompost wird dann wieder für den Gemüseanbau verwendet.




Perfekter Kreislauf erzeugt Wärme und Kompost

In nur einem Tag stand er, der Biomeiler auf dem Landschaftspflegehof an der Funkstelle Höhbeck. Gebaut mit den Mitteln aus dem Ideenwettbewerb Dörfliche Energieprojekte und der tatkräftigen Unterstützung von fleißigen Helfern. Dank der Wärme, die in dem filigranen Meiler entsteht, können die Paddler der Kanustation hier künftig eine angenehme Dusche nach dem Sport genießen.

Der Preisträger, der Verein Artenreich e.V., der den Landschaftspflegehof aufbaut, hat es sich zur Aufgabe gemacht, die artenreiche Kulturlandschaft des Biosphärenreservates zu erhalten und zu entwickeln – und das ganz praktisch mit alten und schonenden Methoden der Landwirtschaft. Ein Konzept, in das ein Biomeiler perfekt hineinpasst, denn der anfallende Gehölzschnitt kann so sinnvoll weiter genutzt werden.

Nach einer kurzen Einweisung durch die beauftragte Expertin legten die Helfer los: An der „Baustelle“ wurde eine spezielle Plane ausgelegt, die den Boden schützt und austretende Flüssigkeit in ein Auffangbecken ableitet. Für das Innenleben standen 12 Kubikmeter Holzhackschnitzel aus Erle, Traubenkirsche, Pappel, Birke, Kiefer, Hasel und Ahorn bereit. Mit vereinten Kräften schaufelten die Helfer das Material auf die Plane. Als seitliche Stütze fungierte ein Maschendrahtzaun, der mit Zaunpfählen stabilisiert und um den wachsenden Meiler herumgestellt wurde. Nach etwa einem halben Meter Höhe verlegten die Baumeister Kunstwasserrohre, die spiralenförmig auf den Holzhackschnitzeln verteilt wurden und später die anfallende Wärme über einen Wasserkreislauf zur weiteren Nutzung leiten. Danach wurde weiter geschaufelt und immer wieder gegossen – denn nur feuchte Biomasse zersetzt sich auch richtig.

„Jeder Meiler ist anders – je nach Material, Standort und Größe“, erklärte Fachfrau Miriam Wiese. Der durchschnittliche Meiler hat etwa 65 Kubikmeter Inhalt, fünf Meter Durchmesser und ist zwei bis drei Meter hoch. Im Inneren entsteht eine Wärme von 45 bis 70 Grad. „Damit die Bakterien, die bei der Zersetzung der Biomasse die Wärme erzeugen, sich wohl fühlen, braucht der Meiler eine gewisse Grundwärme“, erklärt Miriam Wiese. Eingebaute Temperaturfühler stellen sicher, dass nicht zu viel Wärme abgeführt wird. „Im Schnitt braucht der Meiler zweimal zwei Stunden Pause am Tag“, so Wiese. „Trotzdem reicht es problemlos für Niedrigtemperaturheizungen oder Wasserspeicher.“ Große Meiler halten bis zu zwei Jahre, der Höhbecker wird wegen der geringen Größe wahrscheinlich eher ein dreiviertel Jahr durchhalten, schätzt Wiese.

Zum Abschluss wurde der Meiler noch mit Heuballen gedämmt und mit Pferdemist versetzt, der den Zersetzungsprozess schnell in Gang bringt.
Pünktlich beim Aufbau wurde auch symbolisch der Preis für den Wettbewerb übergeben. „Ich habe die Ehre, dieses Mikroprojekt auszuzeichnen“, sagte der allgemeine Vertreter der Samtgemeinde Gartow, Hans-Heinrich Drimalski. „Wir freuen uns, dass hier so etwas prämiert werden kann.“ Auch die Regionalmanagerin der Bioenergie-Region Wendland-Elbetal lobte das Projekt: „Diese Art der Bioenergie hatten wir bislang noch gar nicht in Erwägung gezogen“, sagte sie. Der Vorsitzende des Vereins, Stefan Reinsch, bedankte sich und stellte noch kurz das Projekt Landschaftspflegehof vor, bevor das Team an die letzten Handgriffe ging.

Text & Fotos: Claudia Wesch

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