Ellringen

Seit 2013 versorgt ein Nahwärmenetz rund 50 Ellringer Haushalte mit günstiger Nahwärme aus der Biogasanlage von Thomas Koch.

Ellringen ist ein Dorf, in dem sich Zukunft und Vergangenheit treffen. Das kleine Dörfchen mit seinen gerade mal 200 Einwohnern liegt östlich von Lüneburg und gehört zur Samtgemeinde Dahlenburg. Auf den ersten Blick besticht Ellringen mit einer verträumten Landschaft, geprägt von dem Flüsschen Neetze mit der Wassermühle und sanften Hügeln. Doch auf den zweiten Blick wird hier auch Zukunft geschrieben: Eine Biogasanlage versorgt die Bewohner mit umweltfreundlicher Nahwärme, die Bundeshybridzucht für Schweine hat hier seit über 40 Jahren ihren Verwaltungs- und Forschungssitz und auch der international renommierte Islandpferdezüchter Kronshof ist hier zu Hause. Das alljährliche Oldtimertreffen ist ebenso bundesweit bekannt wie das Tagungshotel Ellernhof.

Wo Altes und Modernes sich zu einem harmonischen Gefüge verbinden, lebt man gern: Ellringen ist ein Dorf, das viele junge Familien für sich entdeckt haben. Trotz der idyllischen Umgebung liegt der Ort doch zentral: Über die Kreisstraßen ist man schnell in den Unterzentren Bleckede oder Dahlenburg. Sportclub und Feuerwehr bieten auch dem Nachwuchs Möglichkeiten.



Der Weg zum Bioenergiedorf

Ellringen hat schon seit Jahren eine Biogasanlage. Ein Landwirt hatte sich mit der Anlage ein zweites Standbein erschlossen. Doch die Betreibergesellschaft gab auf. Der große Umbruch kam 2012, als mit Thomas Koch ein neuer Betreiber für die Biogasanlage ins Dorf kam. Er sah sich nicht nur als Unternehmer, sondern investierte auch in den Ort, wurde gleich Mitglied beim Förderverein der Feuerwehr. Seine Idee: Ein Wärmenetz, das Ellringen mit günstiger Nahwärme versorgt. Gleichzeitig wurde eine unterirdische Güllepipeline zur Bundeshydridzucht gelegt. Ein Projekt, das allen zu Gute kommt: Koch bekommt Gülle für seine Biogasanlage, die Schweinezüchter haben eine einfache Entsorgung und der Ort wird verkehrlich entlastet.

Bei einer Informationsveranstaltung waren die Ellringer schnell überzeugt, zumal ihnen kaum Kosten entstanden. Koch baute das Netz auf eigene Kosten und ließ gleich Leerrohre für künftige Glasfaserkabel mit verbauen. Nur die Kosten für den Wärmetauscher im Haus mussten die Bürger selbst übernehmen.

Seit 2013 ist das Wärmenetz in Betrieb und versorgt mit rund 50 Haushalten fast alle Ellringer. Dazu kommt noch das Tagungshotel Ellernhof, das Kochs Frau Christine Hamester-Koch 2014 kaufte und zur Akademie für Natur und Business umgestaltete. Auch der Islandpferdehof und die Schweinezucht beziehen ihre Wärme von der Biogasanlage sowie eine Trocknungsanlage für Holzhackschnitzel.

Als einer der wenigen Biogasanlagenbetreiber im Landkreis Lüneburg befasst sich Koch auch mit alternativen Energiepflanzen, statt nur auf den Mais zu setzen. In Ellringen trifft eben Moderne auf Tradition – auch wenn das auf den ersten Blick nicht gleich sichtbar ist.

Text & Fotos: Claudia Wesch

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