Bioenergie-Region Wendland-Elbetal
Horst Seide, 1. Vorsitzender von Regionen Aktiv Wendland/Elbetal e.V.

Visionen

Schon seit 1999 hat sich die Region Wendland-Elbetal das Ziel gesteckt, 100% des heimischen Primärenergiebedarfs mit regenerativ und regional erzeugter Energie und Einsparungen durch Einbindung der Bürger, Unternehmen und Kommunen zu decken. Nach dem 2007 aktualisierten Energieplan für die Region sollen die Anteile von Bioenergie am Energiemix bei Strom auf 66%, bei Wärme auf 33% und beim Verkehr auf 10% gesteigert werden, selbstverständlich bei gleichzeitig nachhaltigem Umgang mit Biomasse (landschaftsverträglicher Anbau, effizienteste Verwertungspfade, Einbindung biogener Abfälle).

Die Substitution fossiler Energieversorgung mit heimischen Energieprodukten wird systematisch als Wertschöpfungsprogramm (Investitionen, Kaufkraft, Arbeitsplätze) unter Einbindung regionaler Unternehmen (WSK-Ansatz) umgesetzt. Technische Innovationen (Produktqualität) oder organisatorische Weiterentwicklungen (Contracting-Dienstleistungen, Betreibermodelle, neue Kooperationen) sorgen für die Erweiterung der Bioenergie-Einsatzmöglichkeiten, für überregionale Wettbewerbsfähigkeit heimischer Firmen (Patente) und für Ansiedelungseffekte hinsichtlich neuer Firmen und Facharbeitskräfte. Anbaumethoden werden im Hinblick auf Natur- und Umweltverträglichkeit verbessert und neue Anbaumethoden für eine nachhaltige Bioenergienutzung entwickelt. Der wirtschaftliche Erfolg der betriebenen Anlagen wird durch Verfahrensoptimierung und Effizienzsteigerungen gesichert.

Hätten Sie gedacht, ...?

… dass durch erneuerbare Energien jeden Monat 80 neue Arbeitsplätze entstehen?

Der Kompetenzvorsprung mit der ersten Biogastankstelle Deutschlands und der Erfolg der Markteinführung von Biomethan als Treibstoff soll weiter fortgeschrieben werden. Geplant ist die Errichtung mindestens einer weiteren Tankstelle und die Promotion von Biomethan als alternativer CO2-neutraler Treibstoff mit effizientem Nutzungsgrad und hoher Flächeneffizienz in alle regional verfügbaren Mobilitätssegmente.

Mit der Standortprofilierung als Bioenergiekompetenzregion im europäischen Maßstab (Standort für Forschung & Entwicklung, akademische Bildung & Fortbildung, Energie-Info-Point) steigt die Attraktivität als Wirtschafts-, Arbeits- und Lebens-Standort insgesamt. Der regionale Wissensschatz wird nicht nur als Anwendungskompetenz genutzt, sondern als Bildungskapital veredelt.

Durch Transparenz und Wissenstransfer bei der Prozessgestaltung, der Beteiligung verschiedener Interessensgruppen und eine kritische Auseinandersetzung mit Konfliktthemen wie Flächeneffizienz und Umweltverträglichkeit, wird den Bürgern der Beitrag bewusst, den Bioenergie im Energiemix der Zukunft leisten kann – gerade durch den regionalen Ansatz (Konfliktmanagement).

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