Naturschutz
Naturschutz und Bioenergie – das ist schon seit Jahren ein aktiv diskutiertes Thema in unserer Region. Mit einem hohen Anteil von ökologisch besonders sensiblen Bereichen und ausgewiesenen Schutzgebieten nahe der Elbe kommt es gelegentlich zu Konflikten bei Standorten für Anlagen oder Flächen, die der Produktion und Nutzung von erneuerbaren Energien dienen.
Auch wenn der Anteil von Energiemais auf den landwirtschaftlichen Flächen im Landkreis (15 %, Stand 2011) vergleichsweise gering ist, wird die Situation an einigen Orten von der Bevölkerung als unbefriedigend empfunden. Dabei spielt die Attraktivität der Landschaft allgemein eine Rolle, viele Menschen sorgen sich aber vor allem um den Verlust von Vielfalt in der Natur.
Es ist das Anliegen von Region Aktiv Wendland / Elbetal e.V., einem Partner der Bioenergie-Region Wendland-Elbetal, die Bedenken der heimischen Bevölkerung ernst zu nehmen und den Belangen des Naturschutzes fachlich gerecht zu werden. Der Vorstand von Region Aktiv ist heterogen zusammengesetzt, die 15 Mitglieder kommen aus Kommunen und Landwirtschaft, Energieproduktion und Naturschutz, Bildung und Wirtschaftsförderung. So fanden in den letzten Monaten Treffen des Vorstands mit Vertretern des Naturschutzes und Landwirten statt, in denen aktuelle Problemfelder benannt und Lösungsansätze gesucht wurden. Auch der Biogas-Stammtisch widmete sich explizit Naturschutzbelangen bei der Bioenergieproduktion.
Schwerpunkt des Dialogs ist aktuell der Anbau von Energiepflanzen. Mais stellt derzeit die effektivste Energiepflanze dar. Aber es gibt Alternativen, die aktiv weiter entwickelt werden, auch in der Bioenergie-Region Wendland-Elbetal. Vögeln, Kleintieren und Insekten kann z. B. mit dem Anlegen von Blühstreifen zusätzlicher Lebensraum geschaffen werden. Und es gibt noch mehr Ideen, wie Bioenergie und Naturschutz Hand in Hand gehen können. Die Modellregion Wendland-Elbetal initiiert und unterstützt Projekte zum Thema und fördert den Austausch der regionalen Akteure.
Im Dialog zwischen Naturschutzvertretern, Landwirten, Anlagenbetreibern und weiteren regionalen Akteuren wurden auch schon in der Vergangenheit konkrete Ansätze zum bestmöglichen Miteinander entwickelt, wie Forschungsprojekte zum Vogelschutz auf landwirtschaftlichen Flächen oder Versuche mit alternativen Energiepflanzen zeigen. Nicht zuletzt aus diesem Grund wurde die Bioenergie-Region Wendland-Elbetal als eine von 25 bundesweiten Modellregionen ausgewählt.
Seitens des Biosphärenreservats wurde ein Leitfaden mit Erläuterungen und Empfehlungen zu Bioenergie und Naturschutz herausgegeben, der ebenfalls eine Grundlage für die aktuellen Projekte zum Thema darstellt.
Lesen Sie im Folgenden mehr über die derzeit laufenden Aktivitäten und Projekte zum Thema Naturschutz:
Positions- und Diskussionspapier zu Energiepflanzenanbau und Biologischer Vielfalt
Lesen Sie im Folgenden mehr über die Ziele und Maßnahmen für eine nachhaltige Entwicklung der Agrarlandschaft in der Region Elbtalaue-Wendland.
Lesen Sie hier mehr über konkrete Handlungsempfehlungen für das Anlegen von Blühstreifen, die mit Vertretern von Naturschutz und Landwirtschaft gemeinsam erarbeitet wurden. Die Informationen gehen über die allgemeinen Empfehlungen und Vorgaben der Förderprogramme hinaus.
22.06.2011
Energiepflanzenanbau und die Auswirkung auf die Artenvielfalt
Im Juni befasste sich der Biogas-Stammtisch der Landwirte mit den Chancen alternativer Energiepflanzen und begab sich unter der Leitung von Frau Bernardy, Projektbüro Dziewiaty + Bernady auf eine Exkursion zu Versuchsfeldern in der Nähe von Dannenberg.
Auf den Feldern werden z. B. durchwachsene Silphie, Wintererbsen, Topinambur, Sonnenblumen und Wickroggen angebaut.
» Mehr über die Exkursion und Artenvielfalt










