Alternative Energiepflanzen

Die Vereinheitlichung von Flächen und Kulturen ist ein wachsendes Problem in der Landwirtschaft.


Seit vielen Jahren verändert sich die Landwirtschaft in Deutschland. Die landwirtschaftlichen Betriebe beackern immer größere Flächen, um den steigenden Kosten und sinkenden Preisen für landwirtschaftliche Produkte höhere Erträge durch eine rationelle Bewirtschaftung entgegenzusetzen. Viele kleinere Betriebe geben auf, die anderen legen Flächen zu großen Einheiten zusammen, um noch effektiver arbeiten zu können. Das bleibt nicht ohne Folgen für das Landschaftsbild und für die Vielfalt auf dem Feld.

Die ohnehin durch den Futtermittelanbau bedingte hohe Zahl an Maisflächen hat durch den Boom der Bioenergie weiter zugenommen, denn Mais stellt derzeit die effektivste Energiepflanze dar. Im Vergleich dient ein Drittel der in Deutschland angebauten Maisflächen als Biomasse, zwei Drittel als Futtermittel. Winter- und Sommergetreide, die klassischen Kulturen der Agrarlandschaft, werden zunehmend verdrängt. Viele Tier- und Pflanzenarten sind jedoch auf das Vorhandensein dieser Kulturen angewiesen.

Und so sind es vor allem die Energiewirte, oft selbst Umweltpioniere und Verfechter der Energiewende von unten, die sich für Alternativen stark machen. Viele Biogasanlagen, in Niedersachsen die meisten, sind in bäuerlicher Hand. Die Landwirte haben in der Energieerzeugung vor Jahren eine Chance gesehen, sich ein zweites wirtschaftliches Standbein aufzubauen und eben nicht zu denen zu gehören, die aufgeben oder den Betrieb immer weiter vergrößern.

Biogasanlagen haben zudem einen großen Vorteil: Sie können ganz unterschiedliche Pflanzen und Substrate verdauen. Und so experimentieren Betreiber von Biogasanlagen mit alternativen Energiepflanzen, die einen guten Methanertrag bringen und gleichzeitig zur Artenvielfalt oder zum Wasser- und Bodenschutz beitragen.


Energie aus Wildpflanzen

Seit 2008 werden Wildpflanzenmischungen aus ein- und mehrjährigen Arten auf ihre Eignung für die Energiegewinnung getestet. Sie bieten verschiedene Vorzüge: Als Dauerkulturen müssen sie nur einmal angelegt werden und können dann mehrere Jahre geerntet werden. Das schont den Boden und spart Kosten. Da in den Mischungen nur heimische Pflanzen enthalten sind, finden Bienen und Insekten reichlich Nahrung, was wiederum den Feldvögeln und Wildtieren nützt.

Dr. Birgit Vollrath ist verantwortlich für das bundesweite Projekt „Energie aus Wildpflanzen“ und hat in Kooperation mit der Bioenergie-Region spezielle Saatmischungen für die Landwirte entwickelt. Das Projektbüro dziewiaty + bernardy begleitet den Anbau der alternativen Energiepflanzen im Auftrag des Regionalmanagements.





Versuche mit Wintererbsen

In den Untersuchungen des Projektbüros dziewiaty+bernardy wiesen neben Brachen vor allem Gemenge wie Wintererbsen/Triticale und Winterwicke/Roggen sowie Dauerkulturen wie Durchwachsene Silphie oder Topinambur die höchste Wertigkeit auf. Dennoch sind weitere Anstrengungen nötig, um diese Kulturen für die energetische Nutzung zu optimieren. Eine vielleicht aussichtsreiche Möglichkeit ist eine Doppelnutzung der Kulturen, indem die Früchte geerntet und die übrigen Pflanzenteile der energetischen Nutzung zugeführt werden.

„Analyse eines Gemenges aus Triticale und Wintererbsen zur Verwendung als Substrat für Biogasanlagen“

Auftraggeber: Bioenergie-Region Wendland-Elbetal
Auftragnehmer: Projektbüro dziewiaty + bernardy
Datum: Hitzacker, Juli 2012

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Regionskarte mit Standorten der Biogasanlagen