Bioenergie-Region Wendland-Elbetal

Blühstreifen: Handlungsempfehlungen des Naturschutzes

Bei der Anlage von Blühstreifen spielen der Erholungswert und die Schönheit einer abwechslungsreichen Landschaft für die Bevölkerung, für Gäste und Touristen eine wichtige Rolle, aber eben auch der Naturschutz. Insbesondere die Mindestbreite und der Standort der Blühstreifen bestimmen den tatsächlichen Nutzen für die heimische Tier- und Pflanzenwelt. Aber auch die Samenmischung ist von Bedeutung. Für die Bioenergie-Region wurde daher eigens eine Saatgutmischung zusammengestellt. Diese konnten interessierte Landwirte bei der Saatbau Dannenberg Raiffeisen Warengenossenschaft eG beziehen, und tatsächlich haben sich einige Landwirte entschlossen, sich kurzfristig zu engagieren, und haben entsprechende Blühstreifen angelegt.

Im Auftrag der Bioenergie-Region wird der Erfolg der Blühstreifen an den Feldern der Landwirte, die dieses Jahr gesät haben, von Naturschutzexperten dokumentiert. Die Ergebnisse werden auf dem Biogasfachkongress am 24.11.2011, der auch in diesem Jahr wieder in Hitzacker stattfindet präsentiert. So werden rechtzeitig die Weichen gestellt, dass die Landwirte der Region im kommenden Jahr mit fundierten Empfehlungen und einer optimal abgestimmten Samenmischung ihre Blühstreifen anlegen können.

Die Länder stellen auch Fördermittel für die Landwirte bereit. Diese müssen jeweils im Mai für das kommende Jahr beantragt werden!

31.05.2012

Blühstreifenprojekt: Jetzt nichts wie raus und auf den Acker damit!

Saatgutmischung "Vielfalt im Feld" der Bioenergie-Region Wendland-Elbetal
Saatgutmischung "Vielfalt im Feld" der Bioenergie-Region Wendland-Elbetal

2012 wurde das Saatgut "Vielfalt im Feld" das die Bioenergie-Region im Rahmen des Projekts "Blühstreifen" erstellt hat bereits für 100 Hektar bestellt. Damit hoffen wir die 42 Hektar vom Vorjahr zu toppen.

Im Jahr 2011 haben die Mitglieder der Regionalgruppe Lüneburger Heide insgesamt 42 Hektar Blühstreifen in und um ihre Energiepflanzenfelder angelegt. Damit haben sie den, mit 3.000 Euro dotierten, ersten Preis des Wettbewerbs "Farbe ins Feld" des Fachverbands Biogas gewonnen.

Beim Projekt "Blühstreifen" hat die Bioenergie-Region mit der Regionalgruppe Lüneburger Heide Biogasstammtische veranstaltet, die sich konkret dem Thema Naturschutz und Biogas widmeten. Dabei wurden mit Vertretern von Naturschutz und Landwirtschaft Handlungsempfehlungen für das Anlegen von Blühstreifen erarbeitet. Zudem wurde die Saatmischug "Vielfalt im Feld" eigens für die Bioenergie-Region zusammengestellt. Diese können Sie bei der Raiffeisen Osterburg-Lüchow-Dannenberg in Dannenberg erwerben. Alle Beteiligten sind sich einig, dass eine gute Zusammenarbeit den Erfolg ausmacht. Daher wurde die folgende Empfehlung formuliert.

Empfehlung für eine gute Kooperation aller Beteiligten:

  1. Naturschützer stellen im Auftrag der Bioenergie-Region eine spezielle, regional abgestimmte Saatmischung zusammen und entwickeln kurze, übersichtliche Handlungsempfehlungen für die Anlage der Blühstreifen
  2. Biogasanlagen kaufen die Saatmischung und stellen sie ihren Landwirten – am besten kostenlos oder zum günstigeren Preis – zur Verfügung
  3. Die Landwirte legen die Blühstreifen fachkundig an
  4. Landwirte, Anlagenbetreiber, Naturschützer, Nachbarn, Besucher, Touristen freuen sich am farbenfrohen Anblick und dem lebendigen Treiben im Blühstreifen!

Machen Sie mit beim Projekt "Blühstreifen" und bringen Sie "Farbe ins Feld".

Laut Land Niedersachsen ist für das kommende Jahr bei einjährigen Blühstreifen der 31. Mai 2012 der Stichtag für die Beantragung von Ausgleichszahlungen von bis zu 540 Euro je Hektar. Für weitere Informationen nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.

Engagement in Sachen Naturschutz gekrönt – 1. Preis für Blühstreifen

Auf der Jahrestagung des Fach- verbands Biogas im Januar 2012 wurde die Regionalgruppe Lüneburger Heide, mit der die Bioenergie-Region einen regelmäßigen Biogas-Stammtisch veranstaltet, für den deutschlandweit höchsten Anteil an Blühstreifen an Energiepflanzen- feldern ausgezeichnet und erhielt einen Preis in Höhe von 3.000 €.

Die Mitglieder der Regionalgruppe Lüneburger Heide haben insgesamt 42 Hektar Blühstreifen in und um ihre Energiepflanzenfelder angelegt. Das entspricht einer Fläche von mehr als 40 Fußballfeldern.

Mehr zu dem Projekt und Wettbewerb "Farbe ins Feld" unter: www.farbe-ins-feld.de.

Weitere Informationen über Blühstreifen

Weitere Informationen über Blühstreifen

Das Anlegen der farbenfrohen Blühstreifen wird über das Niedersächsische Agrarumweltprogramm (NAU) honoriert, und so haben sich viele Landwirte im Nordosten Niedersachsens entschlossen, an der Maßnahme teilzunehmen. In diesem Jahr sind 1800 Hektar Ackerland in den Landkreisen Lüchow-Dannenberg und Lüneburg mit Blühstreifen bestellt worden (niedersachsenweit 10.400 Hektar, davon 702 Hektar in Lüchow-Dannenberg). In unterschiedlichen Mischungsverhältnissen sind aus vom Landwirtschaftsministerium vorgegebenen Artenlisten, z. B. Sonnenblumen, Ölrettich, Gelbsenf, Ringelblume, Malven, Buchweizen und Hafer ausgesät worden - meistens als bis zu 24 Meter breite Streifen am Rand von Getreidefeldern oder besonders häufig angrenzend an Maisschlägen. Manchmal sind auch kleine Flächen ganz mit den Blütenmischungen eingesät worden oder es sind am Rand von Stilllegungsflächen Blühstreifen angelegt worden. Da sich in Stilllegungsflächen eher einmal seltenere Tier- und Pflanzenarten wie Wespenspinnen und Sand-Strohblume entwickeln, wird von Naturschutzseite die Einsaat von Blühstreifen an diesen Standorten nicht empfohlen, zumal sich in den gängigen Blühstreifenmischungen vor allem häufigere Arten einfinden, wie verschiedene Arten des Kohlweißlings, und nur wenige seltenere Arten.

Einige Biogasanlagenbetreiber in der Modellregion haben sich im Vorfrühling 2011 beim Biogasstammtisch über die Bedeutung von Blühstreifen für die Tier- und Pflanzenwelt informiert.  Die Bioenergie-Region hat in Kooperation mit Fachleuten vom Naturschutz Empfehlungen ausgearbeitet, wie die Blühstreifen angelegt werden sollten, um Kleintieren, Vögeln und Insekten tatsächlich einen guten Lebensraum zu bieten.
Spontan ist daraufhin die Idee entstanden, eine eigene Spezialmischung für die Modellregion Wendland-Elbetal zu kreieren, um den Ackervögeln zu helfen. Insgesamt sind 750 Kilogramm der etwas teureren Mischung „Biogas“, ausreichend für bis zu 30 Hektar Ackerland, geordert worden. In dieser von Ornithologen empfohlenen Mischung ist der Anteil großblättriger Blühstreifenarten wie Sonnenblumen und Ölrettich reduziert worden, damit die Bestände nicht zu dicht aufwachsen und noch Sonnenlicht und damit Wärme an den Boden kommen. Ein Vorteil z. B. für den europaweit seltenen Ortolan, der nur noch in Nordostniedersachsen in größeren Anzahlen vorkommt und den man als eine Flora-Fauna-Habitat-Art in mehreren Vogelschutzgebieten, z. B. im Bereich der Lucie und des Drawehn fördern möchte. Dieser kleine Singvogel legt wie alle anderen Ackervögel sein Nest am Boden an und sucht seine Nahrung, Insekten, gerne in lockeren Pflanzenbeständen.
Besonders bei zeitiger Anlage in der ersten Aprilhälfte können Blühstreifen wichtige Lebensräume für Insekten und Ackerwildkräuter darstellen. Da sich neben Spinnen auch Schwebfliegen, Hummeln, Heuschrecken und Falter sehr schnell in großer Anzahl einfinden, finden unsere Ackervögel wie Schafstelze, Ortolan und Rebhuhn gerade in der Zeit der Kükenaufzucht einen reich gedeckten Tisch vor. Schließlich finden Bienen, wichtige Bestäuber in der Agrarlandschaft, ganzjährig Pollen und Nektar in den Flächen. Entlang von Gewässern, Waldrändern, Hecken und Wegen stellen Blühstreifen außerdem wichtige Strukturen dar, die häufig sogar bis ins Frühjahr stehen bleiben dürfen und dann noch wichtige Rückzugsbereiche für Rehe und Hasen sind. Oft kann man daher in den Wintermonaten große Vogelschwärme von Finkenvögeln beobachten, die in den abgeblühten Blühstreifen nach nahrhaften Saaten suchen.
Aufgrund der extremen Frühjahrstrockenheit in diesem Jahr konnten sich Blühstreifen auf nährstoffärmeren Standorten in diesem Jahr leider nicht optimal entwickeln. Mancherorts haben sich zudem Problemarten wie Knöterich und Gänsefuß breit gemacht. Und, wie schon erwähnt, nicht immer ist der Standort optimal, Blühstreifen sollten keine Stilllegungsflächen ersetzen.
Nichtsdestotrotz: aus ästhetischer wie aus naturschutzfachlicher Sicht ist zu wünschen, dass Landwirte sich in Zukunft weiterhin für Blühstreifen entscheiden mögen. Sie tragen damit aktiv zu einer vielfältigeren und artenreicheren Agrarlandschaft bei. Bewohner und Besucher der Region werden sich Dank einiger selbst gepflückten Blumen in der Vase Zuhause auch noch einmal gerne an eine Tour durch die Feldmark erinnern.

Fotos: Wintererbse (H. Kelm)
Biogas-Saatgut (K. Mayhack)

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