Thomasburg

Das Dorf Thomasburg liegt etwa 20km östlich von Lüneburg und ist Teil der Samtgemeinde Ostheide im Landkreis Lüneburg. Es besteht aus zwei voneinander abgegrenzten Ortsteilen, dem Altdorf und der Siedlung.

Das unter Ensembleschutz stehende Altdorf liegt östlich der Kreisstraße 14, direkt am Fluss Neetze. Das gefühlte Zentrum des Ortes ist die Backsteinkirche mit dem alten Schulgebäude auf dem ehemaligen Burgberg, der von malerischen Bauernhöfen und der Wassermühle eingerahmt wird.

Die westlich der Kreisstraße 14 gelegene Siedlung wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von Thomasburger Bürgern mit Hilfe der Ritterschaft des Fürstentums Lüneburg gegründet, um den zahlreichen Flüchtlingen aus Ostpreußen eine Unterkunft und Perspektive zu schaffen. Die ursprünglich sehr großen Grundstücke, die während der Nachkriegszeit die Selbstversorgung der Bewohner sicher stellen sollten, sind nach und nach in zweiter Reihe bebaut worden.

Fotos: Christian Nowak

Attraktiv für junge Familien und Stadtflüchtlinge

In neuerer Zeit haben sich den alt eingesessenen Familien viele Neuankömmlinge hinzugesellt. Dieser Erfolg kommt nicht von ungefähr, sondern gründet sich auf vorausschauend initiierte Infrastrukturmaßnahmen:

Thomasburg betreibt einen eigenen Kindergarten, der aus dem gesamten Dorfgebiet problemlos fußläufig erreichbar ist. Die lange Betreuungszeit bis 15 Uhr und die Aufnahme von Krippenkindern ermöglicht vielen Eltern einen Wiedereinstieg in das Berufsleben.

Thomasburg hat bereits seit 2003 einen – durch private Initiative ermöglichten – Breitband-Internetanschluss. Für viele junge Familien wäre das Fehlen einer schnellen Internet-Verbindung ein K.O.-Kriterium bei der Auswahl des Wohnortes. Thomasburg liegt zwar noch in Pendel-Distanz zur Metropole Hamburg, dank DSL erledigen jedoch einige Thomasburger ihre Arbeit bereits ganz, oder zumindest zu einem großen Teil, von zu Hause aus.

Nicht zuletzt besitzt Thomasburg eine intakte Dorfgemeinschaft, die sich auch Neuankömmlingen gegenüber nicht verschließt. Kommunalpolitik und Bürger kümmern sich engagiert um das Dorf und sein Kultur- und Vereinsleben: Vom Schutz des alten Baumbestandes über die Neuanpflanzung von Obstbäumen an Weg- und Straßenrändern bis hin zu gemeinschaftlichen Müllsammelaktionen. Von der aktiven Förderung von Vereinen bis zur wechselseitigen Ausrichtung der Dorf- und Kulturtage in den Dörfern der Gemeinde Thomasburg.

Erste Schritte zum Bioenergiedorf

Im Zeitraum 2007 – 2009 erfolgten die Planung und der Bau einer Biogasanlage. Dieses Projekt wurde durch einen ortsansässigen Landwirt initiiert. Die Realisierung durch die Firma Biogas Thomasburg GmbH & Co. KG, zusammen mit einem Investor aus dem Dorf, wurde durch tatkräftige Unterstützung von Bürgermeister, Gemeinde- und Samtgemeinderat sowie engagierten Bürgern ermöglicht.

Aus dem Wunsch, die Abwärme der Biogasanlage für den Betrieb eines Fernwärmenetzes zu nutzen, entwickelte eine Initiative interessierter Bürger nach und nach viele Ideen, die als Konzeptpapier zum Wettbewerb Bioenergiedörfer in der Bioenergie-Region Wendland-Elbetal eingereicht wurden.

Die Prämierung des Wettbewerbsbeitrages und das damit gewonnene Preisgeld gaben dieser Entwicklung zusätzliche Impulse. Zum einen stieg die positive öffentliche Wahrnehmung der in Angriff genommenen Projekte, auch innerhalb des Dorfs, zum anderen wurde mit dem Preisgeld die Vorplanung für das Nahwärmenetz finanziert.

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Regionskarte mit Standorten der Biogasanlagen