Breese in der Marsch/Gümse

Das Dorf Breese in der Marsch liegt etwa 6 km nordöstlich von Dannenberg im Landkreis Lüchow-Dannenberg in unmittelbarer Nachbarschaft zum Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue und dem Naturpark Elbhöhen-Wendland. Im Jahr 1833 brannte der Ort fast komplett ab und wurde noch im gleichen Jahr neu aufgebaut. Die nach dem Neuaufbau vorhandene Ortsstruktur ist bis zum heutigen Tage weitestgehend erhalten. Die Bausubstanz des Ortes besteht noch überwiegend aus den 1833 errichteten 2-, 3- und 4-Ständer Fachwerkhäusern. Das Dorf war ursprünglich landwirtschaftlich geprägt. Heute sind nur noch zwei Betriebe vorhanden, die im Vollerwerb wirtschaften.

Fotos: Christian Nowak

Malerisches Dorf engagierter Bürger

Viele Breeser engagieren sich in den vielfältigen örtlichen Vereinen und Interessengruppen, wie z.B. Sport- oder Schützenverein, Feuerwehr, Kindergarten oder auch dem Realverband Gümser See. Aber auch außerhalb der Vereine hört der Gemeinschaftssinn noch nicht auf. „In Breese sagen sich alle guten Tag” ist ein Ausspruch, der Dr. med. vet. Stute zugeschrieben wird und das Dorfgefühl auf den Punkt bringt.

Das pittoreske Dorf lädt zum Entdecken ein, der nahe Gümser See bietet Gelegenheit zum Angeln oder Seele baumeln lassen. Bei geführten Touren, die zum Beispiel während der Kulturellen Landpartie angeboten werden, kann man unter anderem erfahren, wie ein Bioenergiedorf entsteht, was die ersten Pioniere motiviert hat und wie dann immer mehr Bürger mit Solaranlagen und Schilfbeeten zur Wasserreinigung gemeinsam die Entwicklung des Dorfes vorangetrieben haben.

Der Weg zum Bioenergiedorf

Aufgrund der Nähe zu den Atomanlagen in Gorleben sowie dem am Ortsrand befindlichen Verladebahnhof für die Castorbehälter ist die Bevölkerung hinsichtlich der Risiken der Atomenergie besonders sensibilisiert und steht auch dadurch alternativen Energieformen von jeher aufgeschlossen gegenüber. Als der Breeser Landwirt Axel Siemke im Jahr 2005 auf einer Dorfversammlung seine Idee von der Errichtung einer Biogasanlage präsentierte, hieß es deshalb relativ schnell: „Na, denn man tau!”

Mit dem Bau der Biogasanlage in Breese in der Marsch haben die Betreiber der Anlage den Bewohnern ein Wärmekonzept zur Versorgung der Breeser Haushalte mit Nahwärme vorgestellt. Aufgrund der hohen Nachfrage wurde dieses bereits 2007 umgesetzt. Seitdem werden die angeschlossenen Anwohner mit Wärme aus der Biogasanlage und einer Hackschnitzelheizung (zur Spitzenlastabdeckung) voll versorgt.

Seit dem Herbst 2011 ist auch der Nachbarort Gümse an das Wärmenetz angeschlossen. Hierfür wurden die vorhandenen Anlagen unter anderem um eine zusätzliche Holzhackschnitzel-Heizanlage erweitert.

Insgesamt versorgt das Breese-Gümser Wärmenetz derzeit 100 Wohneinheiten, zwei Schweinemastställe sowie den Kindergarten, eine Gastronomie und das Sportheim mit Wärme. Das entspricht einer theoretischen Spitzenlast von beachtlichen zwei Megawatt.

Partner & Organisationen

Downloads

Regionskarte mit Standorten der Biogasanlagen